09. Juni 2012 16.00 Uhr: Filmnachmittag:
Partisans of Vilna. The untold story of jewish resistance during the world war II (USA 1986)
Out of the forest. Mikivun haya’ar. (Israel 2004)
The world was ours. (USA 2007)
Ort: bitte unter BgA_kassel(at)gmx.de erfragen.
06. Juni 2012, 19.30 Uhr: Der Aufstand gegen Assad. Die Opposition, das Regime und das Ausland. Vortrag und Diskussion mit Thomas von Osten Sacken.
Über ein Jahr nun ist es her, dass in Syrien große Teile der Bevölkerung gegen die brutale Diktatur Bashar al-Assads auf die Straße gegangen sind. Befeuert von den Bilder aus Tunesien, Ägypten und Libyen forderten auch sie mehr Freiheit und ein Ende der Despotie.
Ihr Pech: Das Assad Regime ist engster Verbündeter des Iran, der Hizbollah und Rußlands in der Region. Anders als Mubarak, Ben Ali und Gaddafi, die ziemlich alleine standen, hatte der Westen sie doch fallen gelassen, kann Assad sich auf seine Freunde verlassen. Wie blutig syrische Sicherheitskräfte auch vorgehen, dem Diktator in Damaskus wird der Rücken frei gehalten.
Die USA und Europa „verurteilen“, sind „empört“ und fordern „ein Ende der Gewalt“. Derweil haben in Syrien längst einige der Oppositionellen selbst zu den Waffen gegriffen. Wovor gewarnt wurde ist längst Realität: der facto herrscht im Land Bürgerkrieg. Saudi Arabien und Qatar unterstützen vor allem die sunnitisch-islamische und offen jihadistische Opposition gegen ihren Erzfeind Iran.
Während viele Syrer noch mutig auf die Straße gehen, findet im Land auch ein konfessioneller Krieg zwischen Sunniten und Schiiten statt, der die ganze Region destablisieren könnte.
Thomas von der Osten-Sacken, langjähriger Geschäftsführer der im Nahen Osten tätigen Hilfsorganisation Wadi e.V und freier Journalist, wird über Syrien, den arabischen Frühling, regionale Konflikte und die Zukunft des Nahen Ostens sprechen.
Ort: Philipp-Scheidemann-Haus, Holländische Str. Kassel Raum 106
17. Februar 2012, 19.00 Uhr: Vom Proletariat zum Pöbel
Eine andere Geschichte der deutschen Arbeiterklasse. Vortrag und Diskussion mit Jochen Bruhn.
Begriff und Sache der Klassengesellschaft haben ihre eigene, negative Dialektik. Im Resultat der Transformation der bürgerlichen in die kapitalisierte Gesellschaft ist „Klasse“ total und objektiv geworden – in dem Sinne genau der vermittlungslosen Anteilnahme an und der kollektiven Arbeitsteilung in der Verwertung des Kapitals. Eine „herrschende Klasse“ kann es so wenig noch geben wie eine proletarische; Subjektivität im irgendwie emphatischen Verstande, gar: die revolutionäre der Lohnarbeiter, ist so hoffnungslos wie der Generalstreik von Arbeitsbienen. Mehrwert, Ausbeutung, Profit: diese Kategorien bestehen fort, aber nur als quasi-naturwissenschaftlich zu konstatierende. Es ist dies das Resultat der allgemeinen Tendenz der Kapitalvergesellschaftung, die Produzenten des Reichtums als nur „lebendige „Arbeit“ und selbstbewußtes „variables Kapital“ zu setzen, die Tendenz genau, in der das Kapital seinen Begriff als die Gesellschaft selbst zu setzen strebt; eine Strebung, die der Nazi-Faschismus zur Wirklichkeit hat werden lassen. Ganz wider Willen enthüllt so die marxsche „Kritik der politischen Ökonomie“ die Verwandlung der Klassen in den allgemeinen Pöbel, ins willige Menschenmaterial – man muß nur, gegen alle linksdeutsche Ideologie, lesen können, man muß nur einmal die Perspektive umkehren, d.h. den marxschen Klassenbegriff als die Rekonstruktion der negativen Wahrheit verstehen, die Theodor W. Adorno dann 1942 in seinen „Reflektionen zur Klassentheorie“ zu Protokoll nehmen mußte.
Ort: Philipp-Scheidemann-Haus, Holländische Str. Kassel Raum 106
15. Januar 2012, 14.00 Uhr: Neujahrsempfang des BgA-Kassel. Diavorführung, nette Gespräche, Speis + Trank, Anmeldungen unter BgA_Kassel(at)gmx.de
13. Dezember 2011, 19.00 Uhr: Sicherheit und Frieden – Israels Außenpolitik im Spannungsfeld internationaler und regionaler Interessen. Diskussionsveranstaltung mit Tal Gat (Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Israelischen Botschaft).
Das Israels Sicherheitslage in einer eher feindlich gesinnten Nachbarschaft prekär ist, ist nicht neu. Doch haben sich durch verschiedene politische Ereignisse in der jüngsten Zeit, die politischen und militärischen Koordinaten geändert. Der so genannte arabische Frühling hat, teilweise mit aktiver Unterstützung des „Westens“, islamistische Kräfte gestärkt oder sogar an die Macht gebracht. Durch diesen politischen Wandel konnte auch der Iran seine vorher weitgehend bestehende Isolation durchbrechen. Problematisch wird diese Situation vor allem dadurch, dass der Iran immer noch an der Fertigstellung einer Atomwaffe arbeitet. Schließlich hat mit der Türkei ein bisher wichtiger Verbündeter Israels offensichtlich die Seiten gewechselt.
Dass Israel wie jeder andere Staat auch, die Sicherheit der eigenen Bürger zu gewährleisten hat, wird häufig in paternalistischer Art und Weise in Frage gestellt. Die Feststellung, dass Frieden ein Ziel Israels Außenpolitik ist, löst bestenfalls ungläubiges Kopfschütteln aus, schlimmstenfalls Aggression. Auch die als Israels Verbündete geltenden Staaten, wie die USA und Deutschland, versuchen Israel zu erklären, wie es seine eigene Außenpolitik zu gestalten hat. Israel war und ist auf außenpolitische Verbündete angewiesen, trotzdem hat die Geschichte gezeigt, dass Israel gut beraten war, sich in die eigene Politik nicht hereinreden zu lassen. Die Grundzüge israelischer Außenpolitik und die Perspektiven für eine friedliche Zukunft vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung werden an diesem Abend von Tal Gat vorgestellt.
Mitveranstalter: CjZ-Kassel ev., VhS Region Kassel.
Ort: Philipp-Scheidemann-Haus, Holländische Str. Kassel Raum 106
Veranstaltungsreihe: Wahn und Weltbilder – Israel und die Internationale Politik
09. November 2011, 19.00 Uhr: “Israel und der Umbruch in Nahost”. Vortrag und Diskussion mit Alex Feuerherd
Der „arabische Frühling“ hat den Nahen Osten kräftig durcheinandergewirbelt: Autokraten, Despoten und Diktatoren wurden gestürzt oder kämpfen ums Überleben, die Kräfteverhältnisse haben sich vielerorts verschoben, regionale Bündniskonstellationen stehen massiv in Frage. Welche Folgen die Umbrüche haben werden, ist dabei zurzeit noch weitgehend unklar: Profitieren in erster Linie islamistische Organisationen von ihnen, oder können sich säkulare Kräfte durchsetzen? Welche Rolle wird künftig die Türkei unter Erdogan in der Region spielen? Und welche Auswirkungen hat der „arabische Frühling“ für Israel?
In seinem Vortrag wird sich Alex Feuerherdt mit allen diesen Fragen beschäftigen und darüber hinaus prüfen, was sich während der Aufstände eigentlich in den palästinensischen Gebieten getan hat und was von Mahmud Abbas’ erklärtem Ziel, einseitig einen palästinensischen Staat auszurufen und diesen als Vollmitglied der Vereinten Nationen anerkennen zu lassen, zu halten ist.
Zum Referenten: Alex Feuerherdt (42) ist Lektor und freier Publizist. Er lebt in Köln und schreibt schwerpunktmäßig über den Nahen Osten, u.a. für KONKRET, die Jungle World, die Jüdische Allgemeine und den Tagesspiegel.
Ort: Philipp-Scheidemann-Haus, Holländische Str. Kassel. Raum 106
30. November 2011, 19.00 Uhr: “Hass auf New York. Über das Verhältnis von Antiurbanismus, Antisemitismus und Antiamerikanismus.” Vortrag und Diskussion mit Bodo Kahmann
Als die Jihadisten um Mohammed Atta am 11. September 2001 die beiden Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers steuerten und diese zu Fall brachten, bejubelte nicht nur die Neonazi-Szene diesen Terroranschlag. In den Kommentaren wurde nicht zuletzt auf den symbolischen Charakter des Anschlagsziels hingewiesen: Mit der Zerstörung der Twin Towers in New York sei ein zentrales Symbol der „judeo-amerikanischen Globalisierung“ im Herzen der „jüdischen Machtzentrale“ attackiert worden. Der Hass auf New York kommt nicht von ungefähr. In dem Hass auf die Weltstadt werden Ressentiments angesprochen, die von grundlegender Bedeutung für den Antisemitismus sind: So gilt New York als Versinnbildlichung einer kosmopolitischen und komplexen Sozialordnung, als ultimativer Ort des Intellekts, der Dekadenz und Ausschweifung, sowie der Sphäre der Zirkulation, also der als abstrakt wahrgenommenen Seite des Kapitals. Diese Punkte lassen sich den wesentlichen Eigenschaften einer urbanen Metropole zuordnen. New York gilt den Antisemiten dabei als Inbegriff und vollendeter Ausdruck einer verhassten und als jüdisch imaginierten westlichen Urbanität. Der Vortrag versucht eine Theorie des Antiurbanismus zu entwerfen, in der die Anschlussfähigkeit an den Antisemitismus und Antiamerikanismus im Mittelpunkt stehen.
Ort: Philipp-Scheidemann-Haus, Holländische Str. Kassel Raum 106
13. Dezember 2011, 19.00 Uhr: Sicherheit und Frieden – Israels Außenpolitik im Spannungsfeld internationaler und regionaler Interessen. Diskussionsveranstaltung mit Tal Gat (Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Israelischen Botschaft).
Die Feststellung, dass Frieden ein Ziel Israels Außenpolitik ist, löst bestenfalls ungläubiges Kopfschütteln aus, schlimmstenfalls Aggression. Dass Israel wie jeder andere Staat auch, die Sicherheit der eigenen Bürger zu gewährleisten hat, wird häufig in paternalistischer Art und Weise in Frage gestellt. Auch die als Israels Verbündete geltenden Staaten, wie die USA und Deutschland, versuchen Israel zu erklären, wie es seine eigene Außenpolitik zu gestalten hat. Israel war und ist auf außenpolitische Verbündete angewiesen, trotzdem hat die Geschichte gezeigt, dass Israel gut beraten war, sich in die eigene Politik nicht hereinreden zu lassen.
Mitveranstalter: CjZ-Kassel ev., VhS Region Kassel.
Ort: Philipp-Scheidemann-Haus, Holländische Str. Kassel Raum 106